Museumsbahn

Nach wie vor verkehrt unsere antike Museumsbahn. Der Gewerbeverein Trossingen e.V. hat sich vor Jahren um die Restaurierung der dreiteiligen Museumsgarnitur verdient gemacht. Sie ist  der wohl älteste betriebsfähige Elektro-Zug der Welt. Um die historischen Fahrzeuge und Anlagen der Trossinger Eisenbahn zu erhalten und zu pflegen, haben sich Eisenbahnfreunde und Eisenbahner in einem Verein zusammen geschlossen: dem Freundeskreis der Trossinger Eisenbahn e.V.

Die Fahrzeuge der Trossinger Eisenbahn und eine Vielzahl weiterer Exponate werden der Öffentlichkeit in einem Eisenbahnmuseum zugänglich gemacht.

Fahrten mit der historischen Eisenbahn außerhalb der festgesetzten Fahrtage können nur auf Anmeldung erfolgen (www.trossinger-eisenbahn.de). Wir bitten Sie dafür um Verständnis.

 

E-Lok EL4 "Lina" aus dem Jahr 1902, sowie der T1 und B3 im Ursprungszustand von 1898

Museum der Trossinger Eisenbahn

Hauptattraktion des Museums ist der weltweit einzigartige Fuhrpark von Originalfahrzeugen der Baujahre 1898, 1902, 1938, 1956 und 1968, in seiner Gesamtheit als Kulturdenkmal gemäß § 2 des Denkmalschutzgesetzes ausgewiesen - lebendige Technikgeschichte einer elektrischen Eisenbahn.

Daneben findet der Eisenbahnfreund hochinteressante Bahnutensilien und Dokumente aus der 100-jährigen Geschichte der Trossinger Eisenbahn, gesammelt und präsentiert vom Freundeskreis der Trossinger Eisenbahn e.V.

Links der T5 aus dem Jahr 1956 und der T3 aus dem Jahre 1938 im Bahnhof

Trossinger Eisenbahngeschichte

Ein Blick zurück in die Geschichte der elektrischen Eisenbahn: 1895 eröffnete die Lokalbahn Aktiengesellschaft auf der Strecke Meckenbeuren-Tettnang die erste normalspurige elektrische Eisenbahn Deutschlands. Nur 3 Jahre später - am 14. Dezember 1898 - wurde die Trossinger Eisenbahn mit nahezu identischen Fahrzeugen in Betrieb genommen. Mit dem Bau einer eigenen Eisenbahnstrecke wollte die aufstrebende Gemeinde Trossingen einen Anschluss an die im Neckartal verlaufende Staatsbahn herstellen. Aufgrund der relativ großen Steigung zwischen dem Neckartal und der auf einer Anhöhe liegenden Gemeinde hat man sich von Anfang an für den elektrischen Zugbetrieb entschieden. Bereits zur damaligen Zeit waren elektrische Triebfahrzeuge den Lokalbahn-Dampflokomotiven an Leistung deutlich überlegen.

Während die Fahrzeuge der Lokalbahn AG längst verschrottet sind, hat ein Trossinger Triebwagen die Jahrzehnte überdauert. Er stellt mittlerweile den wohl ältesten betriebsfähigen Eisenbahn-Triebwagen der Welt dar. Zusammen mit einem passenden Personenwagen bildet er den Grundstock der Trossinger Museumsfahrzeuge. Hinzu kommt noch eine fast genauso alte elektrische Lokomotive (Baujahr 1902).

Alle drei Fahzeuge wurden anlässlich des 125-jährigen Jubiläums des Gewerbevereins Trossingen grundlegend restauriert und dabei in ihren Zustand um 1900 zurückversetzt. Die Renovierungskosten summierten sich letztendlich auf rd. eine halbe Million DM, die überwiegend vom Trossinger Gewerbeverein aufgebracht wurde. Ermöglicht wurde die Renovierung aber auch durch einen beträchtlichen Zuschuss des Landes aus Mitteln für die Denkmalpflege und durch das außergewöhliche Engagement der Mannheimer Verkehrsbetriebe, in deren Zentralwerkstätte alle wichtigen technischen Arbeiten duchgeführt wurden.

Neben den historischen Fahrzeugen des Museumszuges umfasst der Fuhrpark die Triebwagen T3, T5 und T6. Der T3 wurde im Jahre 1938 erbaut. Er ist der einzige Vierachser im Fuhrpark der Trossinger Eisenbahn. Die Steigerung des Rollmaterials und die damit verbundene Erhöhung der Zuglasten erforderten ein leistungsstarkes Fahrzeug, um die Menge der anfallenden Güterwagen möglichst rationell befördern zu können. Durch die 4 Motoren à 75 kW war es möglich, bei der Bergfahrt 120 Tonnen, bei der Talfahrt 200 Tonnen zu befördern. Da der T3 für die Personenbeförderung weniger gut geeignet war, kam er nur selten zum Einsatz und wurde deshalb im Volksmund bald "Sonntagswagen" genannt.

Im Jahr 1956 wurde mit dem T5 ein neues Fahrzeug in Dienst gestellt, das ganz auf die Belange der Trossinger Eisenbahn zugeschnitten war. Zwei breite, zur Mitte hin versetzte außenliegende Schiebetüren führen in den Fahrgast- und den Gepäckraum. Breite Fenster, verglaste Innenwände und die 30 Polstersitze wurden damals als sehr angenehm empfunden. Die letzte Fahrzeugbeschaffung fand mit dem T6 im Jahr 1968 statt. Das dem Vorgänger in seinem Aufbau entsprechende Fahrzeug war durch die technische Entwicklung aber besser ausgestattet. So waren von innen und außen zu bedienende hydraulische Falttüren ebenso selbstverständlich wie eine neuartige Gummipufferfederung und eine moderne Innenbeleuchtung mit Leuchtstofflampen. Das sehr reparaturanfällige Fahrzeug wurde 2003 außer Dienst gestellt.

Am 11. Juli 2003 wurde der Regelfahrbetrieb nach rd. 105 Jahren eingestellt, um die Strecke für die Ringzugbauarbeiten freizugeben. Seit 9. Oktober 2003 verkehrt der Ringzug regelmäßig und vor allem wieder täglich auf der völlig erneuerten Trossinger Strecke. Betreiberin ist die Hohenzollerische Landesbahn (HZL), die modernste Dieselfahrzeuge zum Einsatz bringt.

Am 7. September 2004 gründete sich der Freundeskreis der Trossinger Eisenbahn e.V. mit dem Ziel, die technische Kulturdenmale zu pflegen, vereinzelt Sonderfahrten anzubieten und die Wagenhalle zu einem Eisenbahn-Museum auszubauen. Das Museum konnte bereits am 5. Juni 2005 eingeweiht werden.

 

Trossinger Eisenbahn-Museum
Öffnungszeiten

Das Museum in der Fahrzeughalle am Trossinger Stadtbahnhof ist jeweils von April bis Oktober an jedem ersten Sonntag im Monat, von 14 bis 17 Uhr, geöffnet.


Sonderführungen sind nach Voranmeldung möglich.

Weitere Informationen zur Anreise und Aufenthalten finden sich auf der Homepageseite von Freundeskreis der Trossigner Eisenbahn e.V.