
Was sind innovative Energien?
Kommunale Energieversorgungsunternehmen stehen für zuverlässige Infrastrukturdienstleistungen vor Ort. Sie versorgen Haushaltskunden und Wirtschaftsunternehmen in Städten und Gemeinden mit Strom, Gas und Wärme. Diese Dienstleistungen bilden die Voraussetzung für eine leistungsfähige Regional- und Stadtentwicklungspolitik. Stadtwerke erzeugen jährlich rund 32 Mrd. kWh Strom sowie 30 Mrd. kWh Wärme. Ihre dezentralen Anlagen erlauben es, die lokalen Ressourcen effizient zu nutzen und den Notwendigkeiten des Verbrauchs der privaten und gewerblichen Kunden anzupassen. Über 80 Prozent ihrer Erzeugung produzieren Stadtwerke in Anlagen der Kraft-Wärme-Kopplung (KWK). Damit tragen Stadtwerke dazu bei, die eingesetzten Primärenergien mit hohen Effizienzen von bis zu 85 Prozent zu nutzen. Auch mit neuen, hochmodernen Kondensationskraftwerken erzeugen sie Elektrizität Ressourcen schonend mit hohen Wirkungsgraden. Erneuerbare Energien werden am besten gemäß dem lokalen Potenzial von Wind, Sonne und Biomasse genutzt und mit dem benötigten Verbrauch abgestimmt. Derzeit liegt der Anteil der erneuerbaren Energien an der gesamten Stromerzeugung durch Stadtwerke bei 12 Prozent. Mit dieser dezentralen Vielfalt tragen die Stadtwerke dazu bei, die Voraussetzungen für eine nachhaltige und zuverlässige Stromversorgung zu schaffen.

Energie- und Gebäude-Management
Als Energiemanagement wird die Gesamtheit aller Planungen zu Bedarf, zur Auswahl, zur Errichtung und zum Betrieb von energietechnischen Erzeugungseinheiten verstanden. Ziel ist es dabei, die Energiebedürfnisse der Nutzer möglichst allumfassend abzudecken.
Diese können sein:
- Versorgungssicherheit und unterbrechungsfreie Stromversorgung
- Spannungs- und Stromqualität
- günstige Strom- und Wärmepreise
- Umweltgesichtspunkte (Unabhängigkeit von fossilen Primär-Energieträgern, CO2-Zertifikatshandel)
Es werden im Allgemeinen vier Anwendungsfälle unterschieden
- Energiemanagement für Kommunen
- Energiemanagement für Industrie und Gewerbe
- Energiemanagement für den Wohnungsbau
- Energiemanagement für komplexe Funktionsgebäude, wie beispielsweise Krankenhäuser, Polizeiwachen, Kaufhäuser
Bei der Planung unterscheidet man zwischen Gesamtkonzept (Strategiekonzept) und Detailkonzepten, wie Wärmeschutz, Kraft-Wärme-Kopplung, Wärmedämmung, Deckung des Strombedarfs, etc. Im Strategiekonzept ist es notwendig, die generellen Ziele des Energiemanagementkonzepts zu definieren. Dazu zählen bspw. Unabhängigkeit in der Energieversorgung (Wärme oder Strom), Erhöhung der Spannungsqualität, Kostenoptimierung. Für uns als Versorgungsunternehmen und für Sie als Kunde steht die Kostenoptimierung im Vordergrund, aber sicherlich auch die Investition in nachhaltiges Wirtschaften
Die anschließende Bestandsaufnahme und erarbeitete Auswertung besteht im wesentlichen aus der Erfassung und Analyse des Energieverbrauchs der betrachteten Liegenschaft in Form von Lastgängen (Wärme und Strom), Energiekennzahlen (beispielsweise spezifischer Energieverbrauch je m² und Jahr), tendenziellen, zukünftigen Entwicklungen (Ausweitung von Produktionsstätten, Zunahme von gesetzlichen und restriktiven Rahmenbedingungen), sowie die entsprechende Bewertung und Einordnung der Ergebnisse.
Anschließend wird auf ein allumfassendes Konzept hingearbeitet, welches das Strategiekonzept und die aktuellen und zukünftigen Energiebedarfe durch mehrere Varianten abdeckt. Mögliche Varianten könnten die Anzahl der eingesetzten BHKW-Module, die Fahrweise eines BHKW's (wärmeorientiert - Deckung des gesamten Wärmebedarfs mit/ohne Zunahme eines Spitzenlastkessels, stromgeführt - Deckung der kostenintensiven Lastspitzen zu Starklastzeiten), der Grad der aufzubauenden Wärmedämmung eines Gebäudes, der Einsatz verschiedener Primärenergieträger etc. sein.
Zum Energiemanagement für Gebäudegibt es hoch interessante Umsetzungsbeispiele und fachliche Kompetenz in unseren Regionen: Beispielsweise die Gebäudekühlung durch Ausnutzung von Effekten bei der Wasserverdunstung, die passive Nutzung der Sonneneinstrahlung oder die aktive Steuerung durch Gebäudeautomation. Mehr unter: www.ihk-innovative-energie.de
Schlüssel für den nachhaltigen Einsatz intelligenter Gebäudetechnik war die Einigung auf den Europäischen Installationsbus (EIB). Über den EIB-Standard werden neben der Heizung auch die Beleuchtung, Jalousien, Beschattungseinrichtungen und auch die Schließ- und Alarmanlage unterschiedlichster Hersteller gesteuert. Innovative Gebäudetechniken kommen dank des Standards nun zunehmend auch in Altbauten zum Einsatz.
Wärmecontracting
Wärmecontracting-was ist das überhaupt?
Wärmecontracting ist eine seit den 1990er Jahren vor allem in Deutschland von Hauseigentümern und Vermietern in Anspruch genommene Dienstleistung, welche in der Regel von mittelständischen Heizungsbauunternehmen sowie öffentlichen und privaten Energielieferanten angeboten wird.
Kern des Geschäfts ist die Auslagerung der Investitionen für die erstmalige Errichtung oder Modernisierung von zentralen Heizanlagen vom Gebäudeeigentümer an den Contractor. Der Hauseigentümer räumt dem Contractor in einem Wärmelieferungsvertrag mit langer Laufzeit (10–15 Jahre) das exklusive Recht ein, seine Mieter bzw. die Liegenschaft mit Heizwärme und gegebenenfalls Warmwasser aus einer Zentralheizung zu versorgen. Der Wärmelieferant (Contractor) ist durch die langen Laufzeiten in der Lage, seine Investitionen in die Heizungsanlagen auf 10–15 Jahresraten umzulegen. Der Wärmecontracting-Markt hat in Deutschland ein Umsatzvolumen von ca. 1 Mrd. € pro Jahr erreicht.
Beim so genannten Teil-Contracting wird die Wärmelieferung vom Contractor übernommen, beim Full-Contracting wird vom Contractor zusätzlich die Anlagentechnik betrieben und die Kosten direkt mit dem Mieter abgerechnet.
Gründe, die für eine Wärmecontracting sprechen:
Viele Vermieter haben in den letzten Jahren von dieser neuen Dienstleistung Gebrauch gemacht. Vorteil für den Investor ist, dass keine Eigenmittel benötigt werden: Zudem läßt sich auf diesem Weg das Nutzer-Investor-Dilemma, verursacht durch das deutsche Mietrecht, vermeiden. Auch der Aufwand für die Heizkostenabrechnung und das Zahlungsausfallwagnis entfällt unter Umständen.
Es werden die Risiken auf den Contractor übertragen, die sonst der Vermieter/Eigentümer zu tragen hat. In der Regel plant und baut ein Contractor die Wärmeversorgungsanlage für das/die zu versorgende/n Gebäude passgenau und effizient, da auch die Erzeugungs-, Abgas-, Stillstands- und unter Umständen auch die Verteilungsverluste einer Versorgungsanlage auf der Seite des Contractors liegen.
Kritik:
Allerdings gibt es zum Thema Wärmecontracting auch Kritik. Durch die Mietrechtsreform in 2001 vermied der Gesetzgeber eine gesetzliche Regelung, so dass Wärmecontracting momentan in einer rechtlichen Grauzone existiert. Sowohl Mieterschutzverbände als auch die Contractingbranche selbst erhoffen sich von einer höchstrichterlichen Entscheidung durch den BGH rechtliche Klarheit.
Auch die Kostenbelastung ist für den Mieter höher: Da mit einer neuen modernen Heizungsanlage wegen der besseren Wirkungsgrade Energie gespart wird, fällt der auf Jahre verteilte, im Rahmen der jährlichen Heizkostenabrechnung in Rechnung gestellte „Investitionskosten-Zuschlag“ den meisten Mietern bei einer Plausibilitätsprüfung der Heizkostenhöhe nicht sofort auf.
Das Wärme-Contracting beschränkt sich einzig auf die Anlagentechnik. Hierdurch ergeben sich Einsparpotenziale von etwa 20% im Wärmebereich. Werden aber keine zusätzlichen Maßnahmen zur Gebäudedämmung (Fenster, Außenwände) ergriffen, bleiben die größten Einsparpotenziale ungenutzt.
Geothermik oder Erdwärme
Die Geothermie oder Erdwärme ist die im zugänglichen Teil der Erdkruste gespeicherte Wärme. Sie umfasst die in der Erde gespeicherte Energie, soweit sie entzogen und genutzt werden kann, und zählt zu den regenerativen Energien.
Grundlagen einer Wärmepumpe
Die Temperatur der Erde in einer Tiefe von 10 – 20 Metern beträgt in Mitteleuropa im Mittel etwa 13° C. In den darüberliegenden Schichten wird die Erdtemperatur von der Witterung beeinflusst. Auf jeden m 2; Erdoberfläche wirken jährlich ca. 1100 kWh Sonnenenergie ein. In tieferen Erdschichten überwiegen geothermische Einflüsse, sodass sich die Erdmasse alle 33 m Tiefe um etwa 1° C erwärmt. Die Grundidee besteht darin, Heizwärme aus dem Untergrund zu gewinnen (Geothermie) und über geeignete Systeme im Gebäude für die Nutzung bereitzustellen. In umgekehrter Weise lässt sich dieses Prinzip auch zur Kühlung verwenden, indem überschüssige Wärme an den Untergrund abgegeben wird. Auf diese Weise ist bei entsprechend geeignetem Untergrund eine saisonale Speicherung von Kühl- und Heizenergie möglich.
Funktion von Erdwärmesonden
In Bohrungen, welche durch eine Spezialfirma abgeteuft werden, werden Kunststoffrohre (Erdwärmesonden) verlegt, die zu Kreisläufen zusammengeschlossen und mit dem Kühl- und Heizsystem des Gebäudes verbunden sind. Darin zirkuliert eine Flüssigkeit (Wasser mit oder ohne Frostschutzmittel), die als Energieträger sowohl Wärme als auch Kälte absorbieren und transportieren kann. Beim Heizfall sorgt die Wärmepumpe für die Erzeugung des nutzbaren Temperaturniveaus. Umschaltbare Wärmepumpen oder Kältemaschinen erzeugen das Temperaturniveau für die Kühlung. Prozesswärme oder Wärme des Kühlbetriebes kann gespeichert und zum Heizen genutzt werden. Kälte, die durch den Heizbetrieb mit der Wärmepumpe entsteht, kann ebenfalls im Erdreich gespeichert und für die Kühlung genutzt werden.
Ein emissionsfreies und wirtschaftliches Heiz – und Kühlsystem auf Basis bewährter Technik. Mit einem kW-Stromverbrauch der Wärmepumpe werden zusätzliche drei bis vier kW an Wärme für die Heizung gewonnen. Stammt die Elektroenergie von einem Wasserkraftwerk, ist die Umweltbelastung fast null.
Weitere Informationen sind auch unter: www.erdwaerme-zeitung.de zu finden.
